über den wolken (das letzte mal)
Langsam kann ich die vielen Abschiede schon gar nicht mehr zählen. Von ertragen möchten wir mal gar nicht erst sprechen… Am Dienstag habe ich bereits zu meiner “Familie” Tschüß sagen müssen. Um 6 Uhr stand ich vor der Tür von Mary Jane und sie bat mich aufgeregt herein. “It’s history!” Natürlich hatte ich die Amtseinführung von Obama nicht vergessen, doch ich dachte, dass ich dieses großartige Ereignis wegen all dem Abschiedstrubel verpassen würde. Doch nun konnte ich das Ganze an der Seite einer Amerikanerin verfolgen. Einfach großartig – sowohl das Ereignis, als auch Mary Jane selbst.
Gestern bin ich dann ein letztes Mal auf meine Skier gestiegen. Es hat sich eindeutig gelohnt. Das Wetter war fantastisch, der Schnee frisch und die Leute super. Unter uns sahen wir die Wolken, neben uns die mit Schnee verzierten Tannen und über uns die Gipfel und den strahlend blauen Himmel.

Grenoble war einfach eine perfekte Wahl – wegen der Leute, der Reisen und nicht zuletzt wegen der Möglichkeit endlich Skifahren zu lernen. Es war jedes Mal atemberaubend in der Schönheit der Alpen zu stehen, Grenoble von oben oder den Mont Blanc in der Ferne zu sehen. Ich habe auch auf der Piste tolle Leute kennengelernt und natürlich einen riesigen Spaß in den Bergen gehabt. Mittlerweile fahre ich richtig gut, bin flott unterwegs und habe Pisten jeglicher Couleur mit Bravur (und unverletzt!) gemeistert. Gestern habe ich mich dann sogar noch auf außerhalb der Pisten gewagt und diesmal ganz freiwillig mit dem Tiefschnee Bekanntschaft gemacht. Allerdings hab ich es nach einem Mal wieder gut sein lassen. 1. zu anstrengend, 2. zu anstrengend und 3. zu peinlich, habe natürlich inmitten des tiefstens Punktes meinen Ski verloren und dann ewig gebuddelt.
Auch heute standen schon zahlreiche Abschiede auf dem Programm und heute Abend wird es wohl nicht anders. Schlimm wird es dann morgen, wenn ich mich auch von meinen besten Freunden hier trennen muss. Allerdings freue ich mich trotz all dem Abschiedsschmerz schon auf den Moment, wenn ich Mum und Albert endlich am Samstag in den Arm nehmen kann und wieder nach Hause darf. Ich vermisse und freue mich auf euch alle. Und außerdem merke ich langsam, dass ich wirklich alles mitgenommen habe, was möglich war. Es wird also Zeit für einen neuen Abschnitt in meinem Leben, Zeit um wieder nach Deutschland zurückzukehren.

Januar 22, 2009